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Euro vs. Demokratie – das Finale

von Jens Peter Paul | 25. Oktober 2011

SPD und Grüne ersparen uns bis heute früh Ortszeit Berlin (mit Ausnahme eines Abgeordneten, aber dessen Äußerung war offenbar nicht abgestimmt) tatsächlich erneute Forderungen, Merkel müsse die Kanzlermehrheit erreichen. Wahrscheinlich plagt sie inzwischen Muffensausen, sie müssten demnächst selbst die Verantwortung für das Euro-Desaster übernehmen. Dann stünden sie genauso hilflos da wie die aktuelle Koalition.

Spiegel online packt es nicht. Einfacher Grund: Die Euro-Krise, gar die komplizierten EFSF-Papiere, um die es morgen geht, können sie nicht erklären, aber bis 311 zählen, das bekommen sie eben noch so hin. Die Komplexität wird so lange reduziert, bis sie in eine Schlagzeile passt, und die lautet dann: „Bisher 7 Abweichler!! 8!! 11! Jetzt wieder nur 7!!!“ und so weiter. Stöhn.

Nach dem oberpeinlichen SZ-Kommentar vom Wochenende von Stefan Kornelius zur Rolle des Bundestages, der schuld sei am Scheitern der EU-Gipfel, versucht Heribert Prantl nun eine Korrektur: „Europas Betriebssystem ist die Demokratie, nicht der Euro“. Ob es seine Kollegen auch noch rechtzeitig merken – und nicht erst, nachdem neben der Währung auch noch die Demokratie ruiniert ist?

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