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Danke, Helmut!

von Jens Peter Paul | 25. März 2011

Helmut Kohl in der Bild-Zeitung von heute:

Die Lehre aus Japan muss zunächst einmal sein, dass wir akzeptieren: Was in Japan passiert ist, ist schrecklich, aber – in aller Brutalität – es ist auch das Leben. Das Leben ist ohne Risiken nicht zu haben.

 Offenbar will er damit sagen, daß Strahlenkatastrophen wie jene von Fukushima schicksalhafte, von der Natur (oder Gott?) vorgezeichnete Ereignisse seien, gegen die sich der Mensch (und Wähler) gefälligst nicht aufzulehnen habe, weil es ruchlos und ohnehin zwecklos wäre.

   Was wiederum bedeutete: Laut Kohl ist es nicht nur unsinnig, sondern sogar eine Art von Gotteslästerung, jetzt als Konsequenz aus den Ereignissen in Japan die Nutzung der Atomkraft auch in Deutschland in einem neuen Licht zu sehen oder politische Programme anzupassen, wie es Angela Merkel (halbherzig und wenig überzeugend, aber immerhin) versucht.

   Das wiederum kann ja nur heißen: Wenn die Union jetzt trotz ihrer 180-Grad-Atomwende (von der allerdings niemand weiß, ob sie nach der Wahl zur 360-Grad-Atomwende vervollständigt werden soll), eine oder beide Landtagswahlen verlieren sollte, dann hat sie es laut Helmut Kohl nicht besser verdient, weil sie sich – als christliche Partei – gegen die Vorsehung aufgelehnt hat, anstatt standhaft zu bleiben und in wackelfreier Selbstverständlichkeit das Schicksal anzunehmen.

   Kurzum: Wer als Politiker am Schicksal herumfummelt, wird schon sehen, was er davon hat. In der Konsequenz bedeutete es das Ende jeder Politik. Und das verlangt ausgerechnet dieser Mann, um – wie so viele andere – bloß nicht sein eigenes Weltbild und seine Fehleinschätzungen korrigieren zu müssen.

   Darauf muß man erst einmal kommen. 

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