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Friedrich Franz Sackenheim

von Jens Peter Paul | 26. Januar 2011

   Fri-Fra ist seinen Redakteuren und Reportern im Alltagsgeschäft nicht auf den Wecker gegangen, ja, manchmal hat man wochenlang nichts von ihm gehört und gesehen, obwohl wir wußten, daß er im Haus ist, zwei Flure weiter,

   er war zur Stelle, wenn er gebraucht wurde, etwa, den gelegentlich verschnarchten Anstaltsbetrieb auf Trab zu bringen, wenn es darauf ankam, und sei es mitten in der Nacht,

   er war ein Political Animal, das Aufklärung in jeder denkbaren Form als Hauptaufgabe seines Senders sah, nicht Verblödung, nicht Leisetreterei, nicht massengängige Anpassung an vermutete Hörergeschmäcker,

   wenn es mal Ärger gab, strahlte er eine angenehme Gelassenheit aus, weit davon entfernt, eine Schuld an ebenjenem zunächst einmal in der eigenen Belegschaft zu vermuten, das glückliche Gegenbild zu Dieter Hildebrandts bösem Satz „Die ARD macht sich in jede Hose, die man ihr hinhält“,

   er hatte ein zärtliches, fast erotisches Verhältnis zu seinem Medium, dem Radio, weil er um die genialen, bis heute unerreichten Stärken des Radios wußte, eine Haltung, die Quelle war des Grundvertrauens, das er seinen Jungs und Mädels im Hessischen Rundfunk entgegenbrachte, als ob es selbstverständlich wäre. 

   Was kann man über einen Chefredakteur besseres sagen?

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Ergänzung vom 3. Februar 2010:

Trauerfeier und Urnenbeisetzung von Herrn Sackenheim finden am

 
Freitag, 18.02.11, um 11 Uhr
auf dem Südfriedhof, Frankfurt-Sachsenhausen
 
statt.
 
Anstelle von Blumen und Kränzen bittet Frau Sackenheim um Spenden für die Walter-Kolb-Stiftung e. V.
(Quelle: hr)

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