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Danke, Partner!

von Jens Peter Paul | 7. September 2009

Unabhängig vom tatsächlichen Ablauf des Raketenangriffs bei Kundus und seinen Folgen:

Das Argument der Bundesregierung und der sie tragenden Parteien, ein Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan komme schon deshalb auf absehbare Zeit nicht in Frage, weil es ein grober Akt der Treulosigkeit gegenüber den Bündnispartnern wäre und Deutschland schmerzhaft isolierte, hat sich in den vergangenen 48 Stunden in der Säure voreiliger internationaler Kritik weitgehend aufgelöst.

Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, diese ach so sensiblen NATO-Partner, haben nicht das geringste Problem damit, Bundeswehr und Bundesregierung lange vor einer auch nur halbwegs seriösen Klärung der Umstände vorbehaltlos an den Pranger zu stellen. Sehr viel illoyaler geht es kaum.

Die Informationspolitik der USA (zuerst „Washington Post“, irgendwann später – vielleicht – Berlin), deren Kampfjets immerhin das Gemetzel angerichtet haben, kann auch nicht gerade als hilfreich gelten.

Wer solche Freunde hat, braucht innenpolitisch keine Gegner mehr. Es ist wirklich höchste Zeit für eine gründliche Afghanistan-Debatte – und zwar dort, wo sie hingehört: Im Bundestag.

P.S.: Wenn die Kanzlerin ihre konservative Klientel in Partei und Wählerschaft, ohnehin noch angefressen von ihrer Papst-Kritik, endgültig vergraulen will, muß sie jetzt nur ihren Verteidigungsminister fallen lassen, wie sie es ja gerne mit Männern in deren schwachen Phasen tut. Damit würde sie sich rechtzeitig zur Wahl unter anderem Roland Koch zum Feind machen und der SPD last minute ganz neue Perspektiven eröffnen. Ob ihr das Beate Baumann schon geflüstert hat?  

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