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Versager in Chefetagen: Loyality Drain

von Jens Peter Paul | 9. Juli 2009

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Wir, die Mitarbeiter der Berliner S-Bahn…

…bitten unsere Fahrgäste angesichts des eingeschränkten Bahnverkehrs zu unterscheiden zwischen uns Mitarbeitern und dem nur an einer Gewinnmaximierung ausgerichteten Management der S-Bahn Berlin GmbH.

…haben in den letzten Jahren mit dem Verlust hunderter Arbeitsplätze, mit zunehmender Flexibilisierung unserer Arbeitszeiten sowie mit ständigen Produktivitätserhöhungen bereits einen hohen Preis für den Privatisierungskurs des Bahnkonzerns gezahlt.

…fordern die Deutsche Bahn AG als Gesellschafter der S-Bahn Berlin GmbH auf, für das skrupellose und fahrlässige Verhalten der von ihr bestellten Geschäftsführer die Verantwortung zu übernehmen. Das Auswechseln von Führungskräften reicht nicht aus. Der Kurs der DB AG muß sich ändern.

Unser Vertrauen zur Unternehmensführung der S-Bahn- Berlin GmbH und zur DB AG als Eigentümer wurde zerstört. Wir, die Mitarbeiter der Berliner S-Bahn…

…wollen nicht für das ramponierte Image der S-Bahn und dessen finanzielle Folgen aufkommen. Verantwortungslose Manager, die sich nur den Renditeerwartungen verpflichtet fühlen, haben die Berliner S-Bahn in diese Misere geführt.  

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Text eines Flugblattes, das das Personal der Berliner S-Bahn derzeit angesichts des durch die zwangsweise Stillegung vieler Züge verursachten Verkehrschaos‘ an die naturgemäß verärgerten Fahrgäste verteilt (Hervorhebungen wie im Original).

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Anmerkung: Der angeblich so linke Berliner Senat hat dem absehbar ins Desaster führenden Treiben diverser S-Bahn-Chefs jahrelang tatenlos zugesehen und höchstens einmal mit Kürzung der Zuschüsse gedroht (aber nur so ein bißchen), wenn die Pannenserien und Unfälle mal wieder allzu heftig wurden. Die grundsätzliche Richtung des S-Bahn-Managements mit seinem irrationalen Rationalisierungswahn wurde von Wowereit und Senatoren zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Frage gestellt. Die Nöte und Proteste der Belegschaft waren dem Regierenden Bürgermeister scheißegal. Die aktuelle Situation ist damit auch eine Blamage für Berliner SPD und „Linke“. 

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