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Wählers leiser oder letzter Akt der Loyalität

von Jens Peter Paul | 9. Juni 2009

Die Wähler sind an allem schuld, weil sie keine sein wollten und am Sonntag schwänzten? Zu doof, die Wichtigkeit Europas zu begreifen? Endlos undankbar angesichts der großartigen Rettungseinsätze des Kanzlerkandidaten?

Wie wäre es, liebe SPD, vielleicht mit einer anderen Erklärung als dieser ein wenig armseligen Beschimpfung?

Viele Sympathisanten hätten nur zu gerne SPD gewählt, wenn sie nur gewußt hätten, wofür. Daß sie es dann nicht taten, sondern zuhause blieben, ließe sich auch als leisen, letzten, verzweifelten Akt der Loyalität gegenüber den Sozialdemokraten begreifen: Immerhin haben sie ihre Stimme nicht einer anderen Partei gegeben, nicht der Union, auch nicht der Linken – wie es empörte oder wütende Bürger auf einem Denkzettel-Trip getan hätten – , sondern für sich behalten. 

„Gebt uns endlich einen Grund, Euch wieder zu unterstützen!“, scheint die Botschaft zu lauten. Doch es mag niemand hinhören im Wiily-Brandt-Haus. Stattdessen autistische Durchhalte- und Geschlossenheitsparolen. Die Agenda 2010 bringt die SPD um. Langsam, aber mit tödlicher Sicherheit. Wie ein schleichend wirkendes Gift.

Topics: Kultur und Politik | Keine Kommentare »

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