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SPD: Köhlers Verhalten „nicht mutig“

von Jens Peter Paul | 27. Mai 2009

Das Auftreten des alten und neuen Bundespräsidenten während und nach der Wahl am vergangenen Samstag verursacht nachhaltiges und parteiübergreifendes Befremden. „Nicht mutig“ sei es gewesen, meint SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann, daß Horst Köhler  n a c h  seiner Bestätigung im Amt, aber noch am selben Tage erneut für eine Direktwahl des Staatsoberhauptes plädiert und damit exakt jenes Gremium für überflüssig und abschaffungswürdig erklärt habe, das ihn wenige Minuten zuvor gewählt hatte: Die Bundesversammlung. 

Für regelrecht daneben hält der SPD-Fraktionsmanager sogar die Tatsache, daß Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) als Vorsitzender der Bundesversammlung vor dem Reichstag fast eine halbe Stunde lang auf Köhler gewartet habe, der zwischenzeitlich ins Schloß zurückgefahren war. Damit habe Lammert erst den Boden für allerlei Gerüchte bereitet. Korrekt wäre es vielmehr gewesen, so Oppermann, wenn Lammert sofort nach der amtlichen Feststellung des Ergebnisses durch die Zählkommission die Sitzung fortgesetzt und das Ergebnis öffentlich verkündet hätte. Wenn Köhler in diesem Moment durch Abwesenheit geglänzt hätte, so Oppermann sinngemäß, wäre das sein Problen gewesen. Lammert hätte die Sitzung anschließend mit Hinweis auf die Abwesenheit des Hauptdarstellers erneut unterbrechen können.

Alle aus der Verzögerung resultierenden Mißhelligkeiten wie Weitergabe des Ergebnisses durch SPD- und CDU-Mitglieder per Twitter, Anruf, Getuschel und SMS, Auftritt der Blaskapelle zur Unzeit oder vorzeitige Überreichung von Blumen an unterlegene Beteiligte et cetera hätten durch ein einwandfreies Procedere vermieden werden können, und für jenes sei allein Lammert verantwortlich und niemand sonst. Das werde sich Lammert in der morgigen Sitzung des Ältestenrates von der SPD sagen lassen müssen, sagte Oppermann heute vormittag.   

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Quelle: Jens Peter Paul in www.statement.de    

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