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Funktionärssprache II

von Jens Peter Paul | 27. April 2009

„Kein Grund zur Panik“, hören und lesen wir heute allenthalben mit Blick auf die Schweinegrippe von Verantwortlichen und Zuständigen aller Art. Gut zu wissen. Nur: Panik braucht keinen Grund, jedenfalls keinen vernunftbasierten.

Unter welchen Umständen eine Panik ausbricht oder eben nicht, ist Gegenstand vieler wissenschaftlicher Analysen und Rekonstruktionen. Scheinbare oder tatsächliche Ausweglosigkeit scheint ein wichtiger Parameter zu sein. Ganz sicher ist es aber nicht so, daß Menschen zuvor unter Betrachtung der konkreten Umstände abwägen: Habe ich nun Anlaß, in Panik zu geraten, oder habe ich es nicht? Das ist, mit Verlaub, Unsinn.

Wenn sie kommt, die Panik, dann ja wohl in aller Regel gegen den ausdrücklichen Willen des Betroffenen, handelt es sich doch um einen höchst unangenehmen Gefühlszustand.

Der Kein-Grund-zur-Panik-Satz soll – angesichts eines Mangels an Argumenten? – beruhigend wirken, ist aber bestenfalls wirkungs-, in jedem Fall aber sinnlos und, wie so oft, entlarvend, weil der Urheber offensichtlich nicht wirklich nachgedacht, sondern einfach nur geredet hat: Das sagt man doch so… Wirklich vertrauensfördernd finde ich das nicht.  

Topics: Kultur und Politik | Keine Kommentare »

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