« | Home | »

Das Ende der Unschuldsvermutung

von Jens Peter Paul | 6. März 2009

Auch wenn es manchem schwer fällt, es zu begreifen: Das folgende gilt absolut unabhängig von der Frage, ob der SPD-Poltiker Jörg Tauss sich schuldig gemacht hat oder nicht. Tauss könnte sich am Ende eines eventuellen Verfahrens als der schlimmste Kinderschänder aller Zeiten herausstellen – und dennoch war und ist es abgrundtief falsch und eines Rechtsstaates unwürdig, wie mit ihm umgegangen wurde und wird. 

Innerhalb weniger Stunden hat eine Allianz aus Staatsanwaltschaft und Medien – jeder machte eben so seinen Job, weil er es nicht anders kann – diesen bislang völlig unbescholtenen Mann ruiniert.

Der Makel wird lebenlang bleiben, selbst wenn absolut nichts dran sein sollte an den Verdachtsmomenten der Staatsanwaltschaft, die im übrigen die Haus- und Büro-Durchsuchungen mit dem Satz kommentieren zu müssen glaubte, man sei „fündig“ geworden. Womit der Fall für weite Teile der Öffentlichkeit endgültig klar sein dürfte.

Die öffentliche Vorab-Hinrichtung Zumwinkels mit Live-Schalten zur Hausdurchsuchung war bereits völlig daneben (ja, auch dies, obwohl die Vermutungen sich später bestätigt haben), aber der Umgang mit Tauss ist endgültig eine Katastrophe.

Mittelalterlicher Vernichtungsfeldzug mit modernen Methoden.

Einstweilige Erschießung. Wie in jeder anständigen Bananenrepublik Usus.            

Topics: Kultur und Politik | Keine Kommentare »

Einen Kommentar schreiben

du musst angemeldet sein, um kommentieren zu können.