« | Home | »

tagesthemen: Armutszeugnis der ARD

von Jens Peter Paul | 21. Januar 2009

Am Montag nach langer Pause mal wieder ARD-tagesthemen geschaut. Früher Pflichtprogramm. Heute fade und spießig. Originelle Sichtweisen oder Gedanken, überraschende Einsichten: Fehlanzeige. Bebilderte Agenturmeldungen. Bloß kein Risiko eingehen. 

Es moderiert: Caren Miosga. Und interviewt Guido Westerwelle (weil ihn das ZDF eine halbe Stunde zuvor ja auch hatte). Einstiegsfrage: „Tragen Sie heute einen Gürtel wie das tapfere Schneiderlein mit 16 auf einen Streich?“ – Schlußfrage: „Herr Westerwelle, haben Sie in Berlin schon jemals Currywurst mit Majo verlangt, ohne Schläge zu kassieren?“.

Westerwelle strahlt – das sind Fragen, wie er sie liebt. Da kann er sich als volksnah und schlagfertig darstellen, irgendetwas von Currywurstbude am Ku’damm schwadronieren, die er regelmäßig aufsuche; das bringt Punkte im Publikum.  

Was soll das sein? Cool? Jugendaffin? Originell? Wahrscheinlich wurde die Moderatorin für diesen vermeintlich lockeren Stil in der Konferenz noch gelobt.

Aber es ist die Verkasperung der Politik in Reinkultur. In der wichtigsten Sendung der ARD. Erkenntnisgewinn für den Zuschauer: Null. Kein Wunder: Die Moderatorin wollte (anders als zuvor Claus Kleber) von diesem Mann ja auch nicht wirklich etwas erfahren. Unpolitische Moderatoren stellen unpolitischen Politikern unpolitische, belanglose Fragen. Sieht nett aus, klingt nett, tut niemandem weh, denn es ist nichts drin. Da haben sich zwei auf dem Bildschirm gesucht und gefunden.

Diese Sendung kann man sich sparen.  

Topics: Kultur und Politik | Keine Kommentare »

Einen Kommentar schreiben

du musst angemeldet sein, um kommentieren zu können.