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Wiedervereinigung II: Israel in Ostdeutschland

von Jens Peter Paul | 12. Januar 2009

Die Juden in Palästina anzusiedeln, war die erste wichtige und bis heute unglücklichste Entscheidung der jungen Vereinten Nationen. Von der ersten Sekunde an betrachteten die Nachbarn Israel als Stachel in ihrem Fleische; bis zur ersten Kriegserklärung vergingen nur Stunden. Es ist nicht genug Platz dort für alle. Die Bevölkerungsdichte ist eine der höchsten weltweit. Daran wird sich auch in hundert Jahren nichts ändern – es sei denn nach einem Massensterben im Atomkrieg. Seine militärische Überlegenheit wird Isreal zum Verhängnis, weil es längst zu Kompromißunfähigkeit geführt hat.  

Mit guten Gründen gehört die Betonung des Existenzrechtes Israels zur bundesdeutschen Staatsdoktrin. Doch was nützt das, wenn die Situation absehbar ist, daß der Iran oder andere Feinde Israel mittels Atomwaffen nicht nur auszulöschen im Stande sind, sondern das auch tun werden? Von diesem Schlag würde sich der überlebende Teil der Menschheit 1000 Jahre nicht erholen: Es wäre der Beginn eines Dauerweltkrieges zwischen den Religionen. Ein auswegloses Dilemma?     

Folgendes Gedankenspiel: Wir starten Teil II der deutschen Wiedervereinigung. Wir starten den Versuch einer Korrektur der schlimmsten Sünde der deutschen Geschichte. Eine Reihe von ostdeutschen Landkreisen mit geringer (und weiterhin schrumpfender) Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt – denkbar wäre zum Beispiel ein hundert Kilometer breiter Streifen in nordsüdlicher Ausrichtung mit Magdeburg als südlichem Ausgangspunkt und der Ostsee als nördlicher Begrenzung – wird als Sondersiedlungsgebiet ausgewiesen.

Die Staatengemeinschaft in Form der UNO zahlt jedem umsiedlungswilligen Bürger Israels einen ansehnlichen, sechsstelligen Betrag als Existenzgrundlage, unter anderem zwecks Erwerbs eines Grundstücks. Jerusalem wird weiträumig unter internationale Verwaltung gestellt mit privilegiertem Zugang für Menschen jüdischen Glaubens. Als Hauptstadt Palästinas kommt es selbstredend nicht in Frage. Jede Situation, die als Triumph der Palästinenser über Israel interpretiert werden kann, als erfolgreiche Vertreibung des verhaßten Feindes, muß verhindert werden. Vielmehr müssen alle das Übersiedlungsangebot nutzenden Israelis materiell und ideell so gestellt werden, daß sie als beneidenswert gelten, etwa durch eine überaus großzügige finanzielle Ausstattung. Zurück ins Land der Mörder ihrer Eltern und Großeltern – auch diesbezüglich wären ja große mentale Widerstände zu berücksichtigen.

Wer könnte solch einen wahnwitzigen Vorschlag plazieren? Die Deutschen sicherlich nicht. Die USA und Rußland gemeinsam? Und zwar geschickter Weise so, daß es aussähe, als ob er von Tel Aviv selbst komme? Das Elend im Nahen Osten, das tägliche Blutvergießen lohnte jede Anstrengung.

Es entstünde national und international eine lupenreine Win-win-win-Situation. Der Nordosten Deutschlands würde nicht ausbluten, sondern aufblühen. Juden und Araber könnten endlich – ausreichend voneinander getrennt – in Ruhe leben und arbeiten. Eine zentrale Quelle der Radikalisierung der Gegner des Westens würde versiegen. Die USA könnten sich entspannen. Das Beispiel der Hugenotten vor 300 Jahren zeigt, wie wunderbar so etwas funktionieren kann.

Selbst das Wetter wäre kein dauerhaftes Problem: Dank des Klimawandels dürfte es in Mecklenburg bald so warm sein wie am Mittelmeer. Nur friedlicher.

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