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Hamse vielleicht ’ne Tresoranlage im Keller?

von Jens Peter Paul | 22. September 2008

Hausbesitzer, die bis zu den 80ern einmal eine Bank zu ihren Mietern zählen durften und aus dieser Zeit noch eine solide (und nur um den Preis der Sprengung der gesamten Immobilie entfernbare) Tresor- und Schließfachanlage im Keller haben, frohlocken: Die Zeiten des Zweigstellensterbens dürften vorbei sein. Vielmehr werden Interessenten aus der Kreditwirtschaft schon bald wieder bei ihnen anklopfen. Ohne Filiale, so die überraschende Erkenntnis nach dem Ende des Investmentwahns, keine Nähe zum Kunden, ohne Nähe kein Massengeschäft, ohne Massengeschäft kein Umsatz und kein Gewinn. Kleiner Irrtum, die Mode der Mißachtung des Privatkunden. Kann ja mal passieren. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen, werden die von schnellen Milliardenprofiten mit Börsengängen und Firmenübernahmen verwöhnten Banker schimpfen – aber damit geht es ihnen dann genauso wie den meisten anderen Unternehmen auch. Daß das bis vergangene Woche hierzulande täglich mit Inbrunst als renditefeindlich und zersplittert angeprangerte deutsche Drei-Säulen-System (Privatbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen) plötzlich auch und besonders von seinen Ex-Gegnern stolz als Garant gegen ein Übergreifen der Finanzmarktkrise auf Deutschland gepriesen wird – kleiner gemeiner Scherz der Geschichte… 

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